Wer bloggt hier?

Bild Sonja Treffpunkt Schreiben
Bild Veronika Treffpunkt Schreiben

Hier bloggen Sonja und Veronika, zwei die gerne schreiben, davon überzeugt sind, dass jeder schreiben kann und alles rund ums Thema „Schreiben“ in sich aufsaugen. Wann/was/wo/wie schreiben wir? Ein paar wichtige „Schreibmomente“ aus unserem Leben haben wir hier für dich zusammengestellt.  Fortsetzung nicht ausgeschlossen …

 

Sonjas Schreibmomente:

Und plötzlich war er da – der Walter

Walter war eine Spontangeburt. Auf dem Weg zur Fuck-up-Night (das klingt ärger, als es ist, es handelt sich um eine Veranstaltung, in der Menschen über ihr Scheitern berichten) legte ich einen Stop im Billa Corso ein, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Dort zückte ich meinen Block und machte ein Freewriting für einen Schreibwettbewerb. Und plötzlich war er da,  der Walter, mein Kommissar. Seitdem führen wir eine Beziehung, ganz friktionsfrei ist die freilich nicht. Wir haben auch immer mal Beziehungspausen, weil ich z. B. an einem anderen Schreibprojekt arbeite. Das mag der Walter gar nicht und gebärdet sich dann wie eine Zicke. Diese Trennungen wirken sich jedoch positiv aus, weil ich mit etwas Abstand die Textqualität besser beurteilen kann. Na ja, und irgendwie finden der Walter und ich dann ja auch wieder zueinander. 

Die stärkende Kraft des Schreibens

Schreiben ist  mehr als ein kreativer Prozess, Schreiben ist für mich – und mittlerweile auch für viele meiner Coachees – eine wertvolle Ressource. Ich nutze sie, um Gedanken zu sortieren, um Klarheit zu erlangen. Dabei entledige ich mich auch mancher negativen Gedanken. Etwas Aufzuschreiben verstärkt die Wirkung, weil unser Gehirn es besser verarbeiten kann. Bei meinen Kunden erlebe ich anfangs oft eine gewisse Skepsis, wenn ich ihnen eine Schreibübung empfehle. Diejenigen, die sich aufraffen und es ausprobieren, erkennen rasch ihren persönlichen Nutzen und integrieren Schreiben oft in ihren Alltag, z. B. als Morgen- oder Abendritual.

Echt jetzt? Ich lese im Rahmen der Kriminacht im Café Korb?!

Ich hatte nicht mehr damit gerechnet unter den Finalisten des Schreibwettbewerbs „Tatort Grätzl“ zu sein und doch war es so. Meine erste Lesung stand bevor. Freude mischte sich mit Nervosität, vor allem als es hieß das ORF-Seitenblicke-Team kommt vorbei. Ich durfte meinen Kurzkrimi „Die Frau von der anderen Seite der Donau“ vorlesen. Das Café Korb war gesteckt voll. Diese zehn Minuten fühlten sich einfach nur toll an. Letzten Endes belegte ich den dritten Platz im Wettbewerb, gewann einen Stapel Bücher und mein Kurzkrimi wurde in einer Anthologie veröffentlicht. Übrigens das ORF-Seitenblicke-Team interessierte sich vor allem für Peter Patzak, den Kottan-Regisseur, der Jurymitglied war. Und nein die Verlage haben mir nachher nicht die Tür eingerannt. 

Vom Sachbuch zum Krimi in wenigen Tagen

Der Sommer 2015 stand bevor und ich war Feuer und Flamme für mein neues Buchprojekt, ein Sachbuch sollte es werden. Das mehrwöchige Sachbuch Schreiben-Blockseminar, angeboten vom writers’studio, hatte ich auch bereits ausgewählt. Doch dann kam alles anders: Die Termine wurden auf Wunsch einiger Teilnehmer geändert und passten für mich nicht mehr. Meine erste Reaktion – Ärger, die zweite – Trotz: Dann schreib‘ ich eben was anderes! Und so war’s dann auch ich landete im Krimiworkshop von Michaela Muschitz, übrigens trotz kurz davor zugezogener Meniskusverletzung. Humpelnd traf ich dort Veronika, die so wie ich gerne im Wiener Dialekt  mordet 😉 .

Veronikas Schreibmomente:

Die besten Geschichten schreibt (nicht immer) das wahre Leben

Volksschule. Folgende Aufgabe: Erzähle Dein spannendstes Ferienerlebnis. Über das lustigste Erlebnis sollte dann die ganze Klasse einen Aufsatz schreiben. Leider waren die Geschichten nicht besonders „bewegt“: ein großes Eis, ein Besuch im Tiergarten, ein Tag im Freibad mit Oma. Wenig Action. LAAANGWEILIG! Ich habe dann erzählt, ich hätte mich bei einer Wanderung in einen Ameisenhaufen gesetzt. Alle waren begeistert. 24 Aufsätze zu „Veronika auf dem Ameisenhaufen“ entstanden. Nur: Die Geschichte war erfunden. Auch ich war eigentlich mit Oma im Freibad. Damals habe ich gelernt: Ein bisschen erzählerische Freiheit schadet auch dem wahren Leben nicht.

Morgenseiten:
Klingt komisch, ist aber so.

Bei meiner Diplomarbeit bin ich gehangen. Ich habe dann einen Schreibworkshop im writers’studio besucht. Dort habe ich das Konzept der Morgenseiten von Julia Cameron kennengelernt. Man darf für einen definierten Zeitraum alles aufschreiben, was einem durch den Kopf geht. Ich konnte nicht glauben, dass etwas so Simples so hilfreich sein kann. Seitdem schreibe ich regelmäßig. Nur mit dem Begriff „Morgenseiten“ hatte ich zu kämpfen. Klingt irgendwie zu sehr nach Bibelstunde für Frühaufsteher. Ich sag jetzt einfach: Ich schreib MEINE Seiten. Sorry, Julia!

Geht da jetzt was? ODER Nach dem Kurzgeschichtenworkshop

Ich glaub, ich habe bis zu diesem Zeitpunkt nie so gern geschrieben wie in dem Kurzgeschichten-Workshop von Ana Znidar. Plötzlich war alles einfach. Die Geschichte einfach da. Es hat Spaß gemacht. Die Gruppe war toll. Ich war glücklich. Nach dem letzten Workshop hatte ich meine Short Story so gut wie fertig. Auf dem Heimweg war ich euphorisch. So euphorisch, dass ich kurzerhand den Typen angerufen habe in den ich verliebt war. „Was is? Geht da jetzt was mit uns?“ habe ich gefragt. Es ging und geht bis heute.

Herzlich willkommen in der Schrei(B)werkstatt

Schreiben ist für mich wichtiger und wichtiger geworden. Deshalb habe ich eine Ausbildung zur Trainerin für wissenschaftliches und berufliches Schreiben gemacht. Ich hatte Glück und durfte an der Fachhochschule, an der ich arbeite, gleich eine Schreibwerkstatt anbieten. Um das Angebot zu bewerben, habe ich an der ganzen FH selbst gestaltete Flyer verteilt und Plakate ausgehängt. Ich war sehr zufrieden mit mir, bis mich eine Kollegin amüsiert darauf hingewiesen hat, dass ich unsere Studierenden zur SCHREIWerkstatt eingeladen hatte. „Das ist sicher spannend, darf ich da auch mitmachen“ hat sie gemeint. Die Schreibwerkstatt hat trotzdem erfolgreich stattgefunden (mit einem sehr ausführlichen Vortrag zum Thema Textüberarbeitung und Korrekturlesen!). Es gab kein lautes Wort.

Jetzt bring‘ ich wen um!

Im Sommer 2015 habe ich mich für einen Krimiworkshop angemeldet. Dort habe ich Sonja kennengelernt und eine Frau in der Alten Donau ertränkt (auf dem Papier versteht sich). Neben meinem kriminellen Potenzial und dem Plot für einen Krimi, ist so auch die Idee für einen Blog zum Thema Schreiben entstanden. Aber das ist eine andere Geschichte.